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Artemis II Tag 5: Raumanzug-Tests und die letzten Vorbereitungen vor dem Mondvorbeiflug

Flugtag 5: Die Crew testet Raumanzuege in Schwerelosigkeit, erhaelt 30 Wissenschaftsziele fuer den Flyby und fuehrt die letzte Kurskorrektur durch. Morgen: der Mond.

Tag 5: Countdown zum Mondvorbeiflug

Noch ein Tag. Am fuenften Flugtag trennte die Crew nur noch etwa 62.000 km vom Mond. Die Schwerkraft des Mondes zog bereits an Orion. Der Tag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung: Raumanzug-Tests, Wissenschaftsbriefing und die letzte Kurskorrektur.

Tag 5 auf einen Blick

Weckruf
Work (CeeLo Green)
Entfernung zum Mond
~62.000 km (und schrumpfend)
Raumanzug-Tests
An- und Ausziehen, Dichtigkeitspruefung
Science-Targets
30 Mondoberflaechen-Ziele
Korrekturbrennung
23:03 EDT, 14 Sekunden

Raumanzug-Premiere in Schwerelosigkeit

Der Morgen gehoerte den orangefarbenen Orion Crew Survival System-Anzuegen. Zum ersten Mal testete eine Crew diese Anzuege unter realen Schwerelosigkeitsbedingungen.

Die Tests umfassten:

  • Schnelles Anziehen: Zwei Astronauten zogen den Anzug so schnell wie moeglich an — wie bei einer echten Notfall-Dekompression
  • Langsames Anziehen: Die anderen zwei folgten dem normalen Protokoll
  • Dichtigkeitspruefung: Alle Anzuege wurden unter Druck gesetzt
  • Mobilitaetstest: Beweglichkeit in Schwerelosigkeit evaluiert
  • Neue Features: Essens- und Getraenke-Port, Medikamenten-Zugang getestet
  • Sitzposition: Die Crew nahm in ihren Startpositionen Platz
Verbesserungen gegenueber dem Shuttle-Anzug

Die Orion-Anzuege sind massgeschneidert statt in S/M/L. Sie haben feuerfeste Aussenschichten, staerkere Reissverschluesse, leichtere Helme mit besserer Kommunikation, touchscreen-kompatible Handschuhe und verbessertes Waermemanagement. Jedes Detail wurde seit dem Space-Shuttle-Programm ueberarbeitet.

30 Ziele fuer den Mond

Am Morgen uebermittelte Mission Control die finale Liste der Wissenschaftsziele fuer den Flyby. Insgesamt 10 wissenschaftliche Zielsetzungen mit 30 konkreten Oberflaechenmerkmalen, die die Crew fotografieren und beobachten sollte.

Die wichtigsten Ziele:

1

Orientale-Becken

Ein gewaltiger Einschlagskrater von fast 1.000 km Durchmesser, der die Grenze zwischen Vorder- und Rueckseite des Mondes markiert. 3,8 Milliarden Jahre alt, mit dramatischer Topografie in seinen Ringen. Beim Anflug voll beleuchtet und aus mehreren Winkeln sichtbar.

2

Hertzsprung-Becken

Ein 640 km breiter Krater auf der Mondrueckseite, nordwestlich von Orientale. Aelter und staerker erodiert als Orientale — der Vergleich beider Krater liefert Erkenntnisse ueber die geologische Entwicklung des Mondes ueber Milliarden von Jahren.

3

Weitere Ziele

Die restlichen 28 Ziele umfassen weitere Krater, Hochlaender, Mare-Regionen und geologisch interessante Formationen — sowohl auf der Vorder- als auch der Rueckseite des Mondes.

Artemis-II-Wissenschaftsleiterin Kelsey Young: “We’ve got a jam-packed plan for them tomorrow and it ultimately all traces down to our objectives.”

Die letzte Kurskorrektur

Um 23:03 Uhr EDT zuendete Orion sein Triebwerk fuer eine minimale Outbound Trajectory Correction — gerade einmal 14 Sekunden lang. Eine Feinjustierung, um die Flugbahn perfekt auf den Mondvorbeiflug auszurichten.

Es war erst die erste Korrekturbrennung der gesamten Mission. Die beiden vorherigen waren gestrichen worden, weil Orions Kurs so praezise war.

Koch und Hansen ueberwachten die Prozedur, wobei Hansen die Konfiguration und Navigationsdaten im Blick hatte.

Sonnenfinsternis vom Mond aus

Eine Besonderheit des morgigen Flyby: Die Crew wird eine totale Sonnenfinsternis erleben — gesehen von der Rueckseite des Mondes. Der Mond wird die Sonne verdecken, und die Astronauten werden die Korona sehen koennen.

Dafuer hatten sie sogar Sonnenfinsternisbrillen eingepackt — die gleichen, die Millionen Menschen bei der Sonnenfinsternis 2024 trugen.

Sonnenfinsternis aus dem Deep Space

NASA-Wissenschaftschefin Nicky Fox: “The moon will block out the light of the sun, and they’ll be able to see the corona.” Es wird das erste Mal sein, dass Menschen eine Sonnenfinsternis von jenseits der Erde aus beobachten — ein Anblick, den kein Teleskop so einfangen kann.

Eintritt in die Mondsphraere

Wenige Stunden nach Mitternacht, um 0:41 Uhr EDT am 6. April, wird Orion die Gravitationssphaere des Mondes erreichen — den Punkt, an dem die Anziehungskraft des Mondes staerker ist als die der Erde. Ab dann ist der Mond der dominierende Himmelskoerper.

Die Distanz zu diesem Zeitpunkt: 66.100 km vom Mond, 373.000 km von der Erde.

Das Wissenschaftsteam ist bereit

In Houston waren die Wissenschaftler kaum zu bremsen. Nach der erfolgreichen Uebungssession am Vortag war die Begeisterung gross.

Jennifer Hellmann, Teamleiterin: “They crushed it. We are super, super excited now because they’re so good! They’re so well trained, they know what they’re talking about.”

Morgen wuerde sich zeigen, ob die Vorbereitung ausreicht. 7 Stunden Mondbeobachtung, 30 Ziele, ein Funkschatten hinter dem Mond und eine Sonnenfinsternis — der groesste Tag der Mission stand bevor.


Quellen: NASA Artemis Blog, Space.com, ABC News