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Artemis III - Die erste Mondlandung seit 1972

Artemis III bringt bis 2028 die erste Frau und die erste Person of Color zum Mond. Alles über die Mission, Landeplatz und Ziele.

Artemis III - Die erste Mondlandung seit 1972

Seit Dezember 1972, als Gene Cernan als letzter Mensch die Mondoberfläche verließ, hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Über fünf Jahrzehnte Pause. Artemis III wird das ändern – und dabei gleich mehrere historische Premieren setzen: die erste Frau auf dem Mond, die erste Person of Color und die erste Landung in der Südpol-Region, einem Gebiet, das noch nie ein Mensch besucht hat.

Missionsdaten

Geplanter Start
Bis Ende 2028
Crew
4 Astronaut:innen
Dauer
~30 Tage
Aufenthalt Oberfläche
~6,5 Tage
Landezone
Mond-Südpol
Lander
SpaceX Starship HLS

Warum der Südpol?

Alle Apollo-Missionen landeten in der Äquatorregion des Mondes. Artemis III zielt auf ein völlig anderes Gebiet: den lunaren Südpol. Der Grund liegt buchstäblich im Schatten.

In den permanent beschatteten Kratern der Südpol-Region verbirgt sich Wassereis – eingeschlossen seit Milliarden von Jahren, nie von Sonnenlicht berührt. Dieses Eis ist nicht nur wissenschaftlich faszinierend (es könnte Aufschluss über die Herkunft des Wassers im Sonnensystem geben), sondern auch praktisch wertvoll: Wasser lässt sich in Wasserstoff und Sauerstoff spalten – Atemluft und Raketentreibstoff.

Warum gerade der Südpol?

Die Kombination aus Wassereis in permanent beschatteten Kratern und nahezu permanentem Sonnenlicht auf den Kraterrändern macht den Südpol zum idealen Standort für eine zukünftige Mondbasis. Die NASA hat 13 Kandidaten-Regionen identifiziert, darunter den Shackleton-Krater, den de Gerlache-Krater und das Malapert-Massiv.

So läuft die Mission ab

Artemis III ist die bisher komplexeste Mission des Programms. Der Ablauf in sechs Schritten:

1

Start von der Erde

Die SLS-Rakete startet vom Kennedy Space Center. Orion bringt vier Astronaut:innen in etwa vier Tagen zum Mond.

2

Rendezvous im Mondorbit

Orion dockt im Near Rectilinear Halo Orbit (NRHO) an das Starship Human Landing System (HLS) von SpaceX an, das unbemannt vorausgeschickt wurde.

3

Abstieg zur Oberfläche

Zwei Astronaut:innen steigen in das Starship HLS um und beginnen den mehrstündigen Abstieg zur Mondoberfläche. Die anderen beiden bleiben in Orion im Orbit.

4

Aufenthalt am Südpol

Nach der Landung beginnt ein Aufenthalt von etwa 6,5 Tagen mit mindestens vier Außeneinsätzen (EVAs) von jeweils rund acht Stunden.

5

Aufstieg und Docking

Das Starship steigt wieder auf und dockt an Orion im Mondorbit an. Die gesamte Crew vereint sich wieder.

6

Rückkehr zur Erde

Orion trennt sich vom Starship und bringt die Crew sicher zurück zur Erde. Gesamtdauer: rund 30 Tage.

Starship als Mondlander

Die vielleicht überraschendste Entscheidung der NASA war die Wahl von SpaceX’ Starship als Mondlander. Mit rund 50 Metern Höhe ist es ein Gigant – deutlich größer als die gesamte Saturn-V-Rakete, die Apollo zum Mond brachte. Doch genau diese Größe ermöglicht mehr Nutzlast, mehr Wohnraum und die Möglichkeit der Wiederverwendung.

Neues Konzept

Das Starship HLS wird unbemannt zum Mond vorausgeschickt und wartet dort im Orbit auf die Crew. Statt alles in einer einzigen Mission zu starten, werden Lander und Crew getrennt transportiert – ein fundamentaler Unterschied zu Apollo.

Neue Raumanzüge für eine neue Ära

Die Astronaut:innen werden nicht in den alten Shuttle-Ära-Anzügen auf dem Mond arbeiten. Axiom Space entwickelt die neuen AxEMU-Raumanzüge (Axiom Extravehicular Mobility Unit) mit deutlich verbesserter Beweglichkeit. Die Anzüge schützen vor Strahlung und extremen Temperaturen von minus 170 bis plus 120 Grad Celsius und ermöglichen EVAs von bis zu acht Stunden.

Was die Crew auf der Oberfläche tun wird

Die wissenschaftlichen Ziele sind ambitioniert. Die Crew wird Regolith- und Gesteinsproben sammeln, die älter sein könnten als alles, was Apollo mitbrachte. Erstmals werden Eis-Proben aus beschatteten Kratern entnommen und Tiefenbohrungen bis zu drei Metern durchgeführt.

Dazu kommen Langzeit-Instrumente: Seismometer zur Messung von Mondbeben, Strahlungssensoren und erste Tests zur Wasser-Extraktion aus Mondeis. Jedes Experiment bereitet den Weg für längere Aufenthalte und eine dauerhafte Präsenz.

Die Herausforderungen

Artemis III ist technisch anspruchsvoller als jede bisherige Mondmission. Das Rendezvous im Mondorbit, die Landung in schwierigem Terrain mit Kratern, Felsen und extremen Schatten, die Abhängigkeit vom noch nicht vollständig getesteten Starship HLS – jeder Schritt erhöht die Komplexität.

Extreme Bedingungen

Die Südpol-Region stellt extreme Anforderungen: Temperaturen von minus 230 °C in den Schatten, plus 120 °C im Sonnenlicht. Verzögerungen im Zeitplan sind wahrscheinlich – Crew-Sicherheit geht vor Zeitplan.

Mehr als eine Mondlandung

Wir gehen zurück zum Mond – nicht um Fußabdrücke zu hinterlassen, sondern um zu bleiben.

NASA Artemis-Programm

Artemis III ist ein Symbol. Die erste Frau auf dem Mond steht für eine Raumfahrt, die die gesamte Menschheit repräsentiert. Die Landung am Südpol öffnet ein völlig neues Kapitel der Mondforschung. Und die Technologien, die hier getestet werden – Raumanzüge, Lander, Ressourcennutzung – sind die Grundlage für alles, was danach kommt: eine dauerhafte Mondbasis und irgendwann der Weg zum Mars.